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Chronik

Vom Spielmannszug der Freien Turngemeinde 1919 bis zum Musikcorps von heute.

1919

Der Spielmannszug

Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 1919Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 1919Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 1919

Mit der Gründung der „Freien Turngemeinde Bickenbach (FTG)“ im Jahre 1919 beginnt die Geschichte des heutigen Musikcorps Bickenbach. Die als Spielmannszug gegründete Abteilung der Freien Turner trat vor allem anlässlich von Turnfesten auf. Gespielt wurde auf Pfeifen, Trommeln und der Lyra (Glockenspiel). Später kamen Fanfaren und Landsknechttrommeln dazu.

Die Geschichte des Vereins spiegelt auch ein Stück Zeitgeschichte wider. Das Jahr 1919 war das erste Jahr einer demokratischen Republik in Deutschland und das Jahr nach dem Ende eines großen, verlustreichen Weltkrieges. Nach dem Krieg hatten die Menschen erhebliche Sorgen zur Bewältigung des täglichen Lebens. Trotzdem wurde das Vereinswesen sofort wieder intensiviert. Das Turnwesen hatte schon im 19. Jahrhundert eine große Bedeutung „zur Bildung von Körper und Charakter im Hinblick auf eine Stärkung der Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes“ und hatte somit gesellschaftspolitische Bedeutung. Die Turnerorganisation war zunächst national und liberal geprägt. Später nahm die deutsche Turnerschaft einen eher konservativen Charakter an. Bereits im Jahre 1897 war in Bickenbach ein Turnverein unter der Organisation des Deutschen Turnerbundes gegründet worden, der sich bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges hielt. Diesem Turnverein war schon vor Ausbruch des 1. Weltkrieges eine „Musik“ angeschlossen. Nach der mündlichen Überlieferung von Ludwig Ganser fand vor 1914 in den Sommermonaten unter Anleitung eines Militärmusikers im Range eines Gefreiten oder Unteroffiziers sonntags morgens nach dem Kirchgang die Ausbildung statt. Diese Musiker gehörten der Regimentskapelle „1. Großherzoglich Hessische Leibgarde, Infanterieregiment No. 115“ in Darmstadt an. Auf der „Gänsweide“ neben dem Landbach, am Hintergraben, fanden die Übungsstunden statt. Da nicht genügend Trommeln vorhanden waren, wurde auf Holzklötzen mit selbst angefertigten Trommelstecken geübt. In dieser Zeit war es üblich, die verstorbenen Angehörigen vom hiesigen Kriegerverein unter Trommelwirbel zu Grabe zu tragen. Es war eine Ehre, als Trommler vom Dienst in dieser Veteranenvereinigung benannt zu werden. Wie eine Fotografie aus dem Jahre 1935 belegt, war dies auch in Bickenbach so.

Unter dem Dach des im Jahre 1893 gegründeten Arbeiter-Turner-Bundes, der seine Wurzeln in der Arbeiterbewegung hatte, wurde in Bickenbach im Jahre 1919 die Freie Turngemeinde gegründet. Wie bei den Turnern üblich, trugen auch die Spielleute das Outfit der Turner: ganz in weiß. Der Spielmannszug bestand aus Pfeifern und Trommlern nach militärischem Muster. Es wurden vor allem Straßenmärsche und Volkslieder gespielt. Auch die Tradition des „Weckrufes“ gehört wohl unter die Kategorie „Militär“. Bei den Arbeitersportvereinen war es Brauch, Turnfeste durch einen morgendlichen Weckruf anzukündigen. Wie aus einer alten Festschrift ersichtlich, wurde so ein Weckruf vor den Turn- und Sportfesten im Sommer bereits um 5.00 Uhr festgesetzt. Dieser Brauch hat sich auch beim Bickenbacher Spielmannszug bis Ende der 60er Jahre gehalten. Der 1. Mai und der Frühschoppen am Volksfestsonntag wurde mit einem „Weckruf“ in den Straßen und Gassen angekündigt, allerdings nicht mehr ganz so früh wie bei den früheren Turnfesten.

Einer der Gründer des Spielmannszuges 1919 war Philipp Pühler, der seinerzeit die Initiative zur Gründung der Freien Turnerschaft unterstützt hat. Der Mann der ersten Stunde war Stabführer Philipp Baumunk. Im Jahre 1927 folgte ihm Georg Gilbert, der dem Spielmannszug bis 1933 vorstand. Weil ja die Freien Turner zur Arbeitersportbewegung (Arbeiterturnerbund) gehörten, haben die Nationalsozialisten im Jahre 1933 auch dort zugeschlagen. Sie beschlagnahmten die Instrumente und gaben sie nicht eher frei, bis sich die Spielleute bereit erklärten, im Rahmen bzw. unter der SA weiterzuspielen. Eines Tages wurden die Fahnen, Noten und sonstige Schriften der Freien Turner und des Spielmannszuges sowie des Arbeitergesangsvereins „Liederzweig“ eingesammelt und auf dem Marktplatz öffentlich verbrannt. „Ein abendlicher Fackelzug beendete diesen Tag.“ Nur die handgefertigte Fahnenspitze hat in einem Versteck diese Zeit überdauert und wurde mehr durch Zufall wieder entdeckt. Sie befindet sich heute im Heimatmuseum.

Von 1933 bis 1934 wurde Wilhelm Ganzert mit der Leitung des Spielmannszuges beauftragt. Ihm folgte bis 1939 Heinrich Groh aus Zwingenberg. Vermutlich wurden die Instrumente unter dem fortbestehenden Turnverein wieder aufgenommen. In den Jahren 1939 bis 1951 (Krieg und Nachkriegszeit) musste das Musizieren dann ganz eingestellt werden. Auch aus den Reihen des Spielmannszuges waren einige Spielleute vom Krieg nicht mehr zurückgekehrt.

1951

Der Spielmannszug des Orts- und Kulturkartells Bickenbach (OKK)

Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 1951Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 1951Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 1951

Der erste Vorsitzende und Mitgründer des OKK, Adolf Weidmann, und Sophie Blum (Ehefrau des damaligen Bürgermeisters Georg Blum) haben den Gedanken einer Wiederbelebung des Spielmannszuges ins Auge gefasst. Im Jahre 1951 wurde der Spielmannszug wieder aufgestellt und unterstand direkt dem neugegründeten Orts- und Kulturkartell (OKK). Der erste Auftritt erfolgte anlässlich des Bickenbacher Volksfestes im Festzelt neben dem Sportplatz. Heinrich Gärtner jun. war damals dabei und erinnert sich:

„Nachdem die Not der ersten Nachkriegsjahre überwunden war, regte sich auch in der Bevölkerung wieder der Sinn für Muse. So gab es auch in Bickenbach viele Anhänger der Musik, die zur Gründung eines Spielmannszuges bereit waren. Zu ihnen gehörten besonders Georg Bormuth, Georg Billing, Franz Ritz, Franz Schuch und Heinrich Gärtner. Die erste Versammlung war im Gemeinschaftsraum der Schule in der Steingasse unter der Anwesenheit von Bürgermeister Georg Blum. Die erste Ausstattung des Zuges beschränkte sich zunächst auf Pfeifen und Trommeln, die von der Gemeinde gestellt wurden. Durch die Umstände der Zeit mussten sich einige Trommler vorübergehend mit Holzscheiben begnügen. Erst später kamen eine große Trommel und eine Lyra dazu. Der Übungsbetrieb war in der Schule am Marktplatz. Nur wenige Mitglieder waren des Notenlesens fähig. Für die anderen wurde durch eine so genannte Grifftabelle der Fingersatz unter die einzelnen Noten geschrieben. Im Übrigen mussten die Märsche auswendig gelernt werden. In der folgenden Zeit übernahm Georg Mink die technische Leitung und Stabführung. Die ersten Märsche waren die Lieder „Preußens Gloria“, „Hoch Heidecksburg“ und „Groß Berlin“.

Heinrich Gärtner sen. hat viel für den Wiederaufbau des Spielmannszuges geleistet. Er hat die Pfeifer ausgebildet. Die Proben wurden zuhause abgehalten, denn Übungsräume standen nicht zur Verfügung. Im ersten Jahr der Wiedergründung waren Heinrich Gärtner und Georg Bormuth die Stabführer. Kurze Zeit später übernahm Georg Mink die Leitung des Spielmannszuges. Die Einzelausbildung fand bei den jeweiligen Ausbildern zuhause statt. Die Gesamtproben wurden in Schulsälen oder anderen geeigneten Räumlichkeiten, die gerade frei waren, abgehalten. In dem neuen Jugendheim am Sportplatz fand der Spielmannszug 1956 seine vorläufige Bleibe. Zu den Pfeifern und Trommlern wurden Ende der 50er Jahre Fanfaren und große Landsknechtstrommeln eingesetzt. Man nannte sich dann Spielmanns- und Fanfarenzug. Im Jahre 1959 wurde Erich Ganzert Stabführer des inzwischen auf 39 Mann angewachsenen Spielmanns- und Fanfarenzuges. 1960 beteiligten sich die Spielleute an einem Musikwettstreit in Gießen-Lahn. Der Spielmannszug errang den 3. Platz in der Gesamtwertung. Für die Leistung des Stabführers Erich Ganzert gab es den 2. Platz. Besonderes Ereignis im Jahre 1964 war der Auftritt beim Besuch des damaligen Regierenden Bürgermeisters von Berlin und des späteren Bundeskanzlers, Willy Brandt, dem in Bickenbach auf dem Marktplatz ein herzlicher Empfang bereitet wurde.

Im Jahr 1965 wurde von viel „Lob für Bickenbachs Spielleute“ berichtet. Die Zufriedenheit und die Gunst für den Spielmanns- und Fanfarenzug wurde von dem Obmann Hans Emmerich (Verbindungsmann zwischen Spielmannszug und OKK) zum Ausdruck gebracht. Die Spielleute haben damals mit ihrem Stabführer Erich Ganzert in Bickenbach und Umgebung einen guten Eindruck hinterlassen. Besonders erwähnt wurde Georg Ganzert (der Vater von Erich), der „mit über 50 Jahren neben Zehnjährigen seinen Mann beispielhaft gestanden hat.“

Als der Spielmannszug bis auf 9 Mann abgesunken war übernahm Georg Mink 1966 die Führung und schaffte den in den zurückliegenden Jahren versäumten Anschluss an die gewandelte Spielmannsmusik durch die Ergänzung mit Blasmusikinstrumenten (Trompeten und Saxophon). In kurzer Zeit stellten sich Erfolge ein. Mit jungen Spielern und mit neuen Instrumenten wurde eine erfreuliche Entwicklung eingeleitet. Dafür musste viel Geld investiert werden. Es gab viele Spenden für Instrumente aus der Bevölkerung. Hauptsponsoren waren die Firma Flach und die Firma Dietrich. Der Spielmannszug war beliebt und spielte bei vielen feierlichen Anlässen. Georg Mink hatte erkannt, dass die Zukunft des Vereins im Nachwuchs liegt und hat die Jugendarbeit forciert. Sein Ziel war ein Schülerspielmannszug. Die Einzelausbildung wurde zuhause durchgeführt. Die Pfeifer wurden bei Georg Mink, die Trommler bei Hans Wiegand ausgebildet. Einige „Pfeiferlehrlinge“ können von einigen Übungsstunden bei Georg Mink berichten. Während Georg Mink draußen die Gartenarbeit erledigte, probten die Schüler in der Wohnung bei offenem Fenster; falsche Töne wurden durch Zurufe korrigiert. Seine Frau Susanne servierte den Buben Getränke. Georg Mink hat sich für die Ausbildung viel Mühe gegeben und viel Freizeit dafür geopfert. Oft hat er nach Feierabend bis spät nachts die Noten speziell für den Spielmannszug arrangiert und hat sogar die Griffzahlen über die Noten geschrieben, damit es die Spielleute leichter hatten. Das musikalische Repertoire bestand hauptsächlich aus Märschen, geeignet für Festumzüge auf der Straße: Laridah-Marsch, „Mit Sang und Klang“, „Koburger Marsch“, „Dragoner Marsch“, „Die kleine Garde“, „Kyffhäuser Turner-Marsch“, „Liebesbotenmarsch“, „Kaiser-Marsch“ und andere. Mit den neuen Instrumenten war aus dem Spielmanns- und Fanfarenzug ein Spielmanns- und Musikzug geworden.

Im Jahre 1969 wurde das erste große Jubiläum gefeiert: „50 Jahre Spielmanns- und Musikzug Bickenbach“. Die Feier fand im Bürgerhaus statt. Viele Ehrengäste waren gekommen, ebenso viele Ehemalige und „Veteranen“. Der damalige Bürgermeister Karl Schemel sagte in seiner Laudatio: „Solange der Spielmannszug lebt und aktiv ist, geht hier am Landbach die Sonne nicht unter“. In der Begrüßungsansprache des OKK-Vorsitzenden Wolfgang Richter gab es viel Lob für den Spielmannszug. Besonders wurde die seit wenigen Jahren bestehende Jugend- und Schülerabteilung erwähnt. Großes Lob gab es auch für Stabführer Georg Mink, „den Motor des Spielmanns- und Musikzuges und ‚Karajan von Bickenbach'.“ In einem Ausblick auf das Jahr 2019 wurde die Befürchtung geäußert, „dass zum hundertjährigen Bestehen dann wohl Roboter bei den Sandhasen aufmarschieren werden, unter den Klängen elektronischer Musik“. Landrat Gustav Krämer würdigte ebenfalls die Leistungen des Spielmannszuges und lobte den großen Nachwuchs und sagte: „Hoffen wir, dass wir in 50 Jahren keine Roboter, sondern weiterhin echte Musiker auf unseren Straßen sehen.“ Besonders geehrt wurden die Mitgründer, Philipp Pühler, Adolf Weidmann und Sophie Blum. Der 10-jährige Dieter Wolf sprach den Prolog. Der Höhepunkt der Feier war der Auftritt von zwölf „Veteranen“ unter der Leitung von Wilhelm Ganzert mit den Märschen „Groß-Berlin“ und „Sturmlied der Freien Turner“. Die Musikabteilung spielte den „Kadettenmarsch“, die „Fuchsgraben-Polka“ und den „Schneewalzer“. Die Schülerabteilung spielte das Volkslied „In die weite Welt“. Auch vom Darmstädter Echo gab es großes Lob: „Hervorragend war die Vielseitigkeit der Leistungen, da doch die eigentliche Blasmusik beim OKK noch ein ganz junges Kind der großen Musikerfamilie ist. Ein Western-Potpourri als „Gruß aus Amerika“ von Heinz Egidus wurde mit einem hier fast nie erlebten Applaus aufgenommen, ebenso eine Schlagerparade im Marschrhythmus. Und dass dann gar noch der Foxtrott ‚Ich werde jede Nacht von Ihnen träumen' erklang, wussten alle, was dieser Musikzug bereits erlernt hat. Bickenbachs Jugend aber pflegt noch lieber das Spiel der Trommeln und Pfeifen. Der Schüler-Spielmannszug hat keine Sorgen um geeigneten Nachwuchs. Sein Marsch ‚In die weite Welt' (R.G. Gnauck) zeigte, dass es Stabführer Georg Mink gelungen ist, auch als ‚Nichtjugendlicher' diese Jungen voll für das Spiel zu begeistern.“

Das Jubiläumsjahr 1969 war für den Spielmannszug auch das Ende einer Epoche. Die Auflösung des OKK stand kurz bevor, und der Stabführer Georg Mink gab aus Altersgründen die Leitung des Spielmannszuges ab.

1970

Der Spielmanns- und Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Bickenbach

Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 1970Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 1970Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 1970

Ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Spielmannszuges begann 1970. Das OKK wurde aufgelöst. Stattdessen wurde die Arbeitsgemeinschaft Bickenbacher Vereine (ABV) gegründet. Für den nun „heimatlosen“ Spielmannszug wurde ein fester Platz in einem anderen Verein gesucht. Die Freiwillige Feuerwehr unter der Führung des Ortsbrandmeisters und Vorsitzenden des Feuerwehrvereins, Gottlieb Weigert, erklärte sich bereit, den Spielmannszug als Abteilung aufzunehmen. Das Fortbestehen des Spielmannszuges war somit gesichert. Mit der Zugehörigkeit zur Feuerwehr änderte sich auch die Bekleidung. Die Spielleute erhielten natürlich Feuerwehruniformen. Der weiße Dress wurde endgültig abgelegt. Der Feuerwehr-Spielmannszug stand zunächst unter der Leitung von Erich Ganzert. Schon 1970 übernahm Hans Wiegand den Stab und fungierte gleichzeitig als Abteilungsleiter für die Abteilung Spielmannszug bei der Feuerwehr bis 1980. Der Spielmanns- und Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Bickenbach wirkte bei unzähligen Veranstaltungen mit. Das Winzerfest in Bensheim und die Fastnachtsveranstaltungen in Dieburg gehörten schon damals zu den traditionellen Veranstaltungsorten. Hinzu kamen auch die Feuerwehrfeste. Die Musiker waren oft an Sonntagen unterwegs und sorgten dafür, dass der Name Bickenbach auch weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt wurde. Im Jahre 1972 bestand der Zug aus über 30 aktiven Spielleuten und entwickelte sich zu einem reinen Fanfarenzug. Die Pfeifen wurden abgelegt, denn sie waren unmodern geworden. Mit der Umstellung hin zum „Modernen Fanfarencorps“ stellten sich 1973 Erfolge ein. Kurze Zeit später wurden auch Waldhörner und das Sousaphon eingesetzt. Zum musikalischen Repertoire gehörte damals u. a. „Kaisermarsch“, „Grüße aus Dortmund“, „Frisch auf, Kameraden“.

Neben der obligatorischen Feuerwehruniform wurde 1974 noch eine weitere Bekleidung angeschafft, die das äußere Erscheinungsbild für die nächsten Jahre prägen sollte: roter Sakko und Krawatte. Die herkömmlichen Fanfaren wurden durch „Ventil-Fanfaren“ ersetzt. Es entwickelte sich ein Blechbläser-Ensemble. Ab 1974 nannte man sich „Moderner Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Bickenbach“. Zur gleichen Zeit wurde erstmals ein externer musikalischer Ausbilder gegen ein geringes Honorar engagiert. Die Bickenbacher konnten den Militärmusiker Alan Fite von der in Heidelberg stationierten 33. US-Army-Band als Ausbilder bekommen. Diese US-Band hat der damalige Bürgermeister Karl Schemel schon 1972 und 1973 zum Bickenbacher Volksfest geholt. So konnten die ersten Kontakte mit Alan Fite hergestellt werden. Alan Fite brachte den Bickenbacher Spielleuten die nötigen „Swing-Töne“ bei. Es kamen neue Stücke hinzu: u.a. Melodien von Glenn Miller und von James Last. Man nannte sich dann „Modernes Fanfarencorps“. Alan Fite führte den Zug in eine moderne musikalische Zukunft als Blasorchester. 1975 wurden freundschaftliche Verbindungen zu anderen Musikkapellen geknüpft. Zuerst ist hier die Blaskapelle Hemslingen in der Lüneburger Heide zu nennen. Die ersten Kontakte wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Bickenbach hergestellt. Weitere Kontakte hatte man zum Fanfarenzug TV Jahn Wolfsburg. Die Begegnungen mit dieser Kapelle hat der damalige Stabführer Hans Wiegand organisiert.

1977 wurde eine Schallplatte aufgenommen, zu der auch der Männergesangverein Liederzweig und der Harmonika-Spielring der SKG Beiträge geliefert hatten. Die Lieder wurden in einem Musikstudio aufgenommen. Das Fanfarencorps Bickenbach lieferte die Liedbeiträge: „Go Marching In“, „O By O Bongo“, Europa-Marsch und ein Stück von Glenn Miller.

Mit der Fertigstellung des neuen Feuerwehrgerätehauses 1978 wurden dem Fanfarenzug neue Übungsräume im Keller zur Verfügung gestellt. Bis dahin fanden die Proben im Jugendheim statt. Zu Pfingsten 1978 erfolgte der erste Auslandsauftritt des Fanfarenzuges in Brandenberg/Tirol. Im gleichen Jahr konnten die Bickenbacher Musiker beim Kreiswertungsspiel in Schaafheim einen ersten großen Erfolg erringen. In der Fanfarenklasse „Modern“ kam der Fanfarenzug auf den ersten Platz. Dieser erste Platz war gleichzeitig auch die Qualifikation für die Landeswertungsspiele in Großen-Linden. In Großen-Linden errang der Fanfarenzug in der A-Klasse die Silbermedaille. Bei insgesamt 40 teilnehmenden Spielmanns-, Fanfaren- und Musikzügen waren die Bickenbacher Bezirksmeister in der Klasse „Fanfarenzüge“ und Vizemeister in der Musikklasse „Blechbläser“ geworden. Zum musikalischen Repertoire gehörte „Amazing Grace“, „Europa-Marsch“, „Americana“. Im Jahr 1979 wurde um den Modau-Pokal der Stadt Ober-Ramstadt gespielt. Der Fanfarenzug belegte in der Klasse „Fanfarenzüge“ den 1. Platz.

1981

Musikcorps Bickenbach

Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 1981Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 1981Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 1981

Ein großer Meilenstein in der Geschichte des Vereins wurde im Jahr 1981 gelegt. Die jungen Musiker, die Ende der 60er Jahre zum Spielmannszug kamen übernahmen immer mehr Verantwortung und wollten sich vor allem musikalisch weiterentwickeln. Es wurden andere und bessere Musikinstrumente angeschafft. Alle mussten Noten lernen, damit jeder in der Lage war, vom Blatt spielen zu können. In kurzer Zeit konnten neue Lieder geprobt und erlernt werden. Zuvor mussten die meisten Spielleute die Griffzahlen über die Noten schreiben. Die alten Instrumente wurden verkauft. Die Fanfaren wurden durch Trompeten und Flügelhörner ersetzt. Ziel war der Aufbau einer Brass-Band, also ein reines Blechblasorchester mit Trompete, Flügelhorn, Cornet, Posaune, Tenorhorn, Sousaphon und dazu auch Marschtrommel, Große Trommel und Percussion. Es wurde eine Besetzung gewählt, die sich für Konzerte und für Festumzüge gleichermaßen eignete.

In einer Übergangsphase von 1980 bis 1982 übernahmen Manfred Hofmann und Jürgen Zeißler zeitweise die Stabführung. Manfred Siegmund fungierte als Abteilungsleiter. In der Faschingszeit waren die Musiker oft unterwegs. 1980 und 1981 wurde der Bickenbacher Fanfarenzug von der Mainzer Schützengarde für deren Fasnachts-Kampagnen engagiert. Auf Initiative von Bürgermeister Karl Schemel reisten die Musiker 1981 nach Holland, wo der Zug an dem traditionellen Blumencorso in Delft und Rijnsburg teilnahm. Im gleichen Jahr wurde ein Vereinsausflug nach Wolfsburg zu den Freunden des Fanfarenzuges TV Jahn Wolfsburg unternommen.

Nachdem Alan Fite zurück nach Amerika ging, wurde Adolf Thoss aus Pfungstadt im Jahre 1981 engagiert. Thoss intensivierte den Musikunterricht und brachte den Musikern vor allem die notwendige Blastechnik bei und achtete auf exaktes Spielen der vorgelegten Noten. Bei seiner Notenauswahl legte er Schwerpunkte auf Egerländer Blasmusik, deutsche Volksmusik, Märsche, Polka, Walzer. Im Jahre 1982 übernahm Rainer Wolf die Stabführung. Vorsitzender bzw. Abteilungsleiter wurde Andreas Schemel. Es wurden neue, rote Uniformen mit schwarzen Fellmützen angeschafft. Der Musikverein wurde unter dem Stabführer Rainer Wolf immer besser, erzielte Erfolge und erwarb sich einen guten Ruf. Die Zahl der aktiven Spielleute vermehrte sich. Viele junge Leute kamen zum Verein. Das so genannte Drum-Corps, also die Trommler-Abteilung, wurde zu einem Markenzeichen. Besonders beliebt waren die südamerikanischen Samba-Stücke, die für angenehme Abwechslung bei den Straßenumzügen sorgten. Es folgte wieder eine Umbenennung des Namens, weil es ja kein Fanfarenzug mehr war. Man legte sich den Namen „Musikcorps der Freiwilligen Feuerwehr Bickenbach“ zu und startete von da an bei Wettkämpfen in der Brass-Band-Klasse. 1983 kam ein neuer musikalischer Leiter und Ausbilder: Dietrich Köhne aus Frankfurt. Rainer Wolf und Dietrich Köhne kümmerten sich intensiv um die Aus- und Fortbildung. Die nächsten Jahre standen vor allem im Zeichen von Proben und Lernen, es gab wenige Auftritte. Diese „Durststrecke“ wurde aber erfolgreich überstanden.

Herausragendes Ereignis im Jahre 1984 war ein großer Auftritt in der Halbzeitpause beim Fußball-Bundesliga-Spiel in Offenbach bei der Begegnung Kickers Offenbach gegen den Hamburger SV. Auf Vermittlung durch das Vereinsmitglied Karl-Heinz Grüner spielte und marschierte das Musikcorps vor 32.000 Besuchern im Offenbacher Stadion.

Erster großer Erfolg als Brassband war 1985 der 2. Platz bei den Hessischen Landesmeisterschaften in Ockstadt. Das Musikcorps konnte somit den Titel „Hessischer Vizemeister in der Brassband-Klasse“ erringen. Die Bickenbacher Musiker waren überglücklich und nahmen bei der Rückkehr in Bickenbach die Instrumente auf und marschierten zum Gasthaus „Zum Hirsch“, wo ausgiebig gefeiert wurde. Im gleichen Jahr erreichte das Musikcorps den 1. Platz bei den Kreiswertungsspielen in Seeheim. Damit wurde in Wettstreiten bestätigt und bewiesen, dass das Musikcorps eine der besten Musikgruppen im Lande geworden war. Die Zahl der Auftritte nahm zu. Unter anderem traten die Musiker beim 4. Internationalen Musikfest in Fränkisch-Crumbach/Odenwald und beim Heimat- und Trachtenfest in Schlitz auf. Herausragendes Ereignis war die Konzertreise und Auftritt in Luxemburg (Platzkonzert in der Altstadt anlässlich des Luxemburger Stadtfestes). Weitere Vorstellungen gab es im Darmstädter Hauptbahnhof anlässlich der 150-Jahrfeier der Deutschen Bundesbahn. Im Jahre 1986 sind besonders die Auftritte in Frankreich zu erwähnen: Blumencorso im elsässischen Wasselone und Festumzug in Vitry-le Franc bei Paris.

Besondere Auftritte im Jahr 1987 waren ein Platzkonzert bei der Jubiläumsfeier „75 Jahre Darmstädter Hauptbahnhof“ und die Teilnahme an Wettkämpfen. Beim 28. Kreiswertungsspiel in Überau/Odenwald erreichte das Musikcorps den 1. Platz und die Goldmedaille. Der Höhepunkt des Jahres war die Teilnahme an den Hessischen Landesmeisterschaften in Altenstadt, bei der das Musikcorps wieder den 2. Platz in der Brassband-Klasse erringen konnte. Damals hatte sich sogar eine kleine Fan-Gemeinde gebildet, die regelmäßig die Auftritte des Musikcorps verfolgte. Bei der Landesmeisterschaft in Altenstadt war ein Bus mit Bickenbacher Senioren mitgefahren.

Im Jahre 1988 wurden erste Kontakte zu einer englischen Blaskapelle geknüpft. John Enticknap war damals aktiver Musiker beim Musikcorps und stellte die Verbindung zwischen dem Musikcorps Bickenbach und der Ellesborough Silver Band, einer Brassband aus Aylesbury /Südengland, her. Es kam zur Konzertreise ins Mutterland der Brassbands. Das Bickenbacher Musikcorps gab mehrere Konzerte in Aylesbury, Wendover und in der Stadt Amersham (verschwistert mit Bensheim). Viel Spaß gab es bei einer „Big Session“, einer gemeinsamen Probe beider Kapellen mit über 60 Musikern unter der Leitung von Stabführer Rainer Wolf.

Das musikalische Repertoire bestand zu dieser Zeit aus: „The Pink Panther Thema“, „James-Bond-Theme“, Glenn-Miller-Medley, Beatles-Potpourri, „New York, New York“, Trompetenecho, Egerländer Marsch, Brazil. Als Ausbildungs- und Übungsleiter fungierten Florian Altenau, Rainer Wolf und Manfred Hofmann (Trommler). Im Laufe der Zeit entstand ein selbständiger Verein innerhalb der Feuerwehr. Die Feuerwehr ließ den Spielleuten Spielraum und förderte eine gewisse Selbständigkeit. Um die Spielleute und vor allem die jungen Leute bei der Stange zu halten, war es notwendig, dass auch eine ordentliche Vereinsarbeit betrieben wurde. Es mussten teure Instrumente und Noten angeschafft werden. Diese Vereinstätigkeit wurde seit 1982 von einem Vorstand mit Andreas Schemel als Vorsitzenden wahrgenommen, der dafür gesorgt hat, dass das Musikcorps in Zukunft auf eigenen Füßen stehen konnte. Eine neue Epoche wurde 1989 mit der Selbständigkeit als Verein „Musikcorps Bickenbach 1919 e.V.“ eingeleitet.

1989

Eigenständigkeit, internationale Erfolge und 80 Jahre Musikcorps

Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 1989Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 1989Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 1989

1989 – Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte

Im Mai 1989 wurde ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Musikcorps Bickenbach gesetzt: Der Verein wurde erstmals eigenständig und als eingetragener Verein mit eigener Satzung im Vereinsregister geführt. Für die Proben und die musikalische Ausbildung durfte das Musikcorps weiterhin die Räumlichkeiten im Feuerwehrgerätehaus nutzen.

Der bisherige Abteilungsleiter Andreas Schemel übernahm als erster Vorsitzender die Vereinsführung und damit auch eine größere Verantwortung. Als Stabführer blieb weiterhin Rainer Wolf im Amt.

In dieser Zeit verzeichnete das Musikcorps zahlreiche musikalische Erfolge und Höhepunkte. Viele neue Musikerinnen und Musiker, insbesondere junge Nachwuchskräfte, fanden ihren Weg in den Verein. Frühzeitig erkannte man, dass sich ein Musikzug musikalisch und optisch weiterentwickeln und mit der Zeit gehen musste. Das Publikum honorierte die moderne Musik und die mitreißenden Showeinlagen bei den Auftritten auf der Straße.

Die Samba-Rhythmen wurden zu einem Markenzeichen des Musikcorps. Gleichzeitig erweiterte der Verein sein Repertoire um bekannte Filmmelodien wie „The Theme of James Bond“ und beliebte Klassiker, darunter ein Beatles-Medley.

Das 70-jährige Jubiläum

Anlässlich des 70-jährigen Bestehens wurde im Bürgerhaus Bickenbach eine eindrucksvolle Festveranstaltung ausgerichtet. Der damalige Bürgermeister Karl Schemel würdigte den Verein mit den Worten:

„Die Stärke des Vereins liegt in seiner inneren Kraft, einer großen Familie vergleichbar, die Freud und Leid gemeinsam trägt.“

Das Musikcorps präsentierte eine aufwendig gestaltete Bühnenshow mit Lichteffekten und einer eigenen Drum-Show. Auf dem Programm standen unter anderem „The Theme of Shaft“, „James Bond“, „Pink Panther“, „New York, New York“ und das Beatles-Medley.

Zu den Gästen gehörten auch die befreundeten Musiker der Ellesborough Silver Band aus England. Beim gemeinsamen Finale musizierten beide Bands unter der Leitung von Dietrich Köhne die Stücke „Abide with Me“ und „Auld Lang Syne“. Am Sonntagmorgen gab die englische Gastkapelle beim Frühschoppen ein Platzkonzert vor dem Rathaus.

1990 – Musikalische Begegnungen im Jahr der Wiedervereinigung

1990 wurde die musikalische Ausbildung vorübergehend von Peer Abilgaard übernommen.

Im Jahr der deutschen Wiedervereinigung setzte das Musikcorps auch ein Zeichen für die musikalische Verbindung zwischen Ost und West: Auf Einladung des Vereins nahm der Spielmannszug aus Luisenthal in Thüringen am Bickenbacher Volksfestumzug teil. Im Sommer folgte der Gegenbesuch in Luisenthal anlässlich des Talsperrenfestes im Thüringer Wald.

Diese Begegnungen erweiterten die bestehenden musikalischen Freundschaften um eine wichtige Verbindung innerhalb des wieder zusammenwachsenden Deutschlands.

1991 – Neuer musikalischer Leiter und Teilnahme am Deutschland-Pokal

Von 1991 bis 1992 engagierte das Musikcorps mit Russel J. Seifter erneut einen professionellen Musiker der 33. US-Army-Band aus Heidelberg als musikalischen Leiter. Stephan Rittersberger aus Heppenheim übernahm die Aufgaben als Stabführer und Dirigent.

Bei einem Musikwettstreit um den Deutschland-Pokal 1991 in Alsfeld erreichte das Musikcorps einen beachtlichen fünften Platz.

1993 – Internationaler Erfolg beim Karneval in Metz

1993 wurde Florian Altenau zum Vorsitzenden des Musikcorps gewählt.

Ein herausragendes Ereignis des Jahres war der Auftritt bei der Wiener Redoute im Wiener Rathaus. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde der „Lieber-Augustin-Orden“ an Thomas Gottschalk, Maria Schell und Siegfried Jerusalem verliehen. Vor mehr als 500 Gästen und in Anwesenheit von Rundfunk und Fernsehen eröffnete das Musikcorps die Veranstaltung und begeisterte das Publikum mit einer Trommelshow.

Am folgenden Tag trat der Verein im Kurhaus Wien-Oberlaa vor rund 2.000 Zuschauern auf. Weitere Auftritte führten die Musiker zum Rosenmontagsumzug in Düsseldorf und zum Karnevalsumzug in Metz in Frankreich.

In Metz kam es zu einem besonderen Erfolg: Unter den zahlreichen Zuschauern befand sich eine Fachjury, die die teilnehmenden Musikzüge bewertete. Davon wussten die Bickenbacher Musiker zunächst nichts. Umso größer war die Überraschung, als das Musikcorps als beste Gruppe ausgezeichnet wurde und den ersten Platz beim Internationalen Karnevalsfest Metz 1993 errang. Die Auszeichnung als „Meister des Internationalen Carnevalfestes in Metz 1993“ gehörte zu den besonderen Erfolgen dieser Zeit.

Ein weiterer Höhepunkt war die Teilnahme am Sport- und Musikfest in Seeheim. Gemeinsam mit dem Hessischen Polizeiorchester, dem Musikcorps Einhausen und dem Musikzug Seeheim spielte das Bickenbacher Musikcorps im Christian-Stock-Stadion.

Im Juni 1993 veranstaltete der Verein außerdem ein Sonntagskonzert im Bürgerhaus. Unter der Leitung von Stephan Rittersberger präsentierte das Orchester ein abwechslungsreiches Programm mit Stücken wie „Peter Gunn“, „I Don’t Know How to Love Him“ aus der Rockoper „Jesus Christ Superstar“, der Titelmelodie der Krimiserie „Magnum“, dem „United Kingdom“-Medley, „Tiger Rag“, „Pavane in Blue“, „The Final Countdown“, der Schiwago-Melodie und „Latin March“. Eine Trommelshow rundete das Konzert ab.

1994 – 75 Jahre Musikcorps Bickenbach

1994 stand ganz im Zeichen des 75-jährigen Vereinsjubiläums. Den Auftakt bildete ein Empfang im Bürgerhaus, der musikalisch vom befreundeten katholischen Kirchenmusikverein „St. Bartholomäus“ aus Fehlheim gestaltet wurde.

Die Schirmherrschaft übernahm Landrat Dr. Hans-Joachim Klein. In seiner Festansprache würdigte er insbesondere die erfolgreiche Jugendarbeit sowie die vielfältigen Kontakte des Vereins im In- und Ausland, durch die der Name Bickenbach weit über die Grenzen Hessens hinaus bekannt geworden war.

Altbürgermeister Karl Schemel überreichte dem Vorsitzenden Florian Altenau den „Lieber-Augustin-Orden“ als Anerkennung für den Auftritt beim Wiener Fasching.

Die zentrale Festveranstaltung fand in einem Festzelt am Sportplatz statt. Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt der Damenkapelle „Die Bayerischen Sieben“. Mit einem Jubiläumskonzert im November endete der Veranstaltungsreigen zum 75-jährigen Bestehen.

1997 – Neuer Ausbildungsleiter

1997 übernahm Christian Satorius die Leitung der musikalischen Ausbildung. Damit wurde die Grundlage für weitere musikalische Entwicklungen und Erfolge in den folgenden Jahren geschaffen.

1998 – Hessenmeister der Marching Bands

Ein herausragender musikalischer Erfolg gelang dem Musikcorps 1998 bei den Landeswertungsspielen des Hessischen Musikverbandes in Gießen. Dort wurde der Verein Hessenmeister der Marching Bands und erzielte einen Doppelerfolg: Er gewann sowohl den ersten Platz in der Gesamtwertung aller Marching Bands als auch den ersten Platz in der Marschwertung.

Unter der musikalischen Leitung von Christian Satorius und der Führung von Stabführer Andreas Wolf hatte sich das Orchester mit intensiver und sorgfältiger Probenarbeit auf den Wettbewerb vorbereitet.

Für die Bühnenwertung präsentierte das Musikcorps „Brazilian Bay Dance“, ein südamerikanisch geprägtes Arrangement, sowie „Everybody Needs Somebody“, bekannt aus dem Film „Blues Brothers“. Bei der Marschwertung überzeugte das Orchester mit „Happy Marching Band“.

Im selben Jahr trat das Musikcorps anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des SV Darmstadt 98 bei einem Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern München im Stadion auf. Weitere Auftritte führten die Musiker unter anderem nach Apolda in Thüringen und nach Yutz in Frankreich.

Das Jahr endete jedoch auch mit einem traurigen Ereignis: Karl Wolf, langjähriges Vereinsmitglied und bis zuletzt aktiver Musiker, verstarb kurz vor Weihnachten nach schwerer Krankheit.

1999 – 80 Jahre Musikcorps und der erste Internetauftritt

Das 80-jährige Bestehen des Musikcorps Bickenbach wurde 1999 mit zwei großen Veranstaltungen gefeiert.

Ein Höhepunkt war das Jubiläumskonzert im Bürgerhaus unter der musikalischen Leitung von Stabführer Andreas Wolf und Ausbildungsleiter Christian Satorius.

Eine weitere große Veranstaltung war die „Musik Convention Bergstraße“ im Christian-Stock-Stadion in Seeheim. Sie vereinte sieben erstklassige Brass- und Marchingbands, darunter die niederländische Formation „Beatrix“, und unterstrich die überregionale Bedeutung des Musikcorps als Veranstalter und musikalischer Botschafter der Region.

Auch technisch beschritt der Verein neue Wege: Aus Anlass des Jubiläums ging das Musikcorps erstmals online. Damit entstand die erste eigene Website des Vereins – ein weiterer Schritt in der Entwicklung und Außendarstellung des Musikcorps Bickenbach.

Die Jahre 1989 bis 1999 waren somit von grundlegenden Veränderungen und großen Erfolgen geprägt. Mit der Vereinsgründung, dem Ausbau der Jugendarbeit, internationalen Auftritten, der Auszeichnung in Metz, dem Gewinn der Hessenmeisterschaft und dem ersten Internetauftritt entwickelte sich das Musikcorps zu einem eigenständigen, modernen und überregional bekannten Musikverein.

2000

Neue Impulse, moderne Uniformen und musikalische Erfolge

Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 2000Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 2000Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 2000

2000 – Eine Premiere in der Vereinsgeschichte und der Ausbau der Jugendarbeit

Im Jahr 2000 gab es eine besondere Premiere in der Geschichte des Musikcorps Bickenbach: Mit Nicole Hlavac wurde erstmals eine Frau zur Stabführerin gewählt.

Im selben Jahr begann der Verein, Kurse für Blechbläser und Trommler für Schülerinnen und Schüler der Hans-Quick-Schule anzubieten. Die Ausbildung übernahmen Christian Satorius und Nicole Hlavac. Damit wurde ein wichtiger Grundstein für die weitere Entwicklung der Jugendarbeit und die Nachwuchsgewinnung gelegt.

2001 – Ein neues Vereinsdomizil

Nachdem das Musikcorps die Übungsräume im Feuerwehrgerätehaus nicht mehr nutzen konnte, bezog der Verein 2001 die Räumlichkeiten im Bürgerhaus. Damit erhielt das Musikcorps ein neues Domizil für seine Proben und das Vereinsleben.

2002 – Neue Kostüme für die Faschingszeit

Im Jahr 2002 setzte das Musikcorps auch in der Faschingszeit neue Akzente. Erstmals traten die Musikerinnen und Musiker mit eigens für diesen Anlass angeschafften Clownsuniformen auf, die in Rot und Silber gehalten waren.

2003 – Neuer musikalischer Leiter und ein Auftritt im Fußballstadion

Mit Sven Adelberger engagierte das Musikcorps 2003 einen neuen musikalischen Leiter. Dank seines Engagements konnte die Kooperation in der musikalischen Ausbildung von der Grundschule Bickenbach auf die Grundschule in Hähnlein ausgeweitet werden.

Ein besonderer Höhepunkt des Jahres war der Auftritt im Darmstädter Fußballstadion anlässlich des Frauen-Länderspiels Deutschland gegen England. Der Auftritt bot dem Musikcorps eine außergewöhnliche Bühne und unterstrich die Vielseitigkeit des Vereins.

Neue Uniformen für das Musikcorps

Bei einem großartigen Konzert in Alsbach präsentierte das Musikcorps seine neuen Uniformen. Diese bestanden aus roten Hosen mit silberfarbenen Applikationen, dunkelblauen Jacken und weißen Tropenhüten. Mit diesem Erscheinungsbild erhielt das Orchester einen neuen, markanten optischen Auftritt.

2004 – Meisterschaftserfolge und neue musikalische Herausforderungen

Das Jahr 2004 war von zahlreichen besonderen Auftritten und musikalischen Erfolgen geprägt. Zu den Höhepunkten gehörten ein Auftritt im Congress Center Frankfurt im Rahmen einer Produktpremiere mit aufwendigem Showprogramm sowie die Teilnahme am Pfungstädter Brauereifest.

Auch die langjährige Freundschaft mit der Blaskapelle aus Hemslingen wurde weiter gepflegt. Beim traditionellen Gegenbesuch führte das Musikcorps seine Gäste, die „Nordlichter“, in den Hessenpark.

Nach längerer Pause nahm das Musikcorps wieder an musikalischen Meisterschaften teil. Bei den Hessischen Meisterschaften in Mainz-Kastel errang der Verein eine Bronzemedaille. Bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in Stadecken-Elsheim gelang sogar der Gewinn einer Goldmedaille.

Ein weiterer Höhepunkt war die erste Teilnahme an einem Tattoo in Ellwangen.

Auch die Jugendarbeit entwickelte sich weiter. Das Jugendorchester trat bei der Weihnachtsfeier der Firma Goldwell auf, außerdem fand ein Jugendzeltlager statt.

Im Ausbildungsbereich gab es ebenfalls Veränderungen: Roman Viehöver übernahm die Ausbildung des großen Orchesters. Für die Blechblas-AGs an den Schulen war im Schuljahr 2004/2005 Igor Rudytsky verantwortlich.

Neben den musikalischen Aktivitäten engagierte sich das Musikcorps auch bei verschiedenen gesellschaftlichen und kulturellen Projekten. Besonders hervorzuheben sind die erfolgreiche Teilnahme an der Aktion „Projekt 5000x“, die Auszeichnung im Rahmen des Ludwig-Metzger-Preises der Sparkasse Darmstadt sowie die Mitwirkung am Projekt „Little Amadeus“.

Traditionell beteiligte sich der Verein außerdem am Bickenbacher Volksfest mit einem Stand in der Bachgasse bei Familie Böhm, eine langjährige Tradition, die bereits seit vielen Jahren gepflegt wurde. Ebenfalls auf dem Programm stand die Fahrt mit dem Partnerschaftsverein nach Saint-Philbert in Frankreich.

Die Jahre 2000 bis 2004 waren somit von wichtigen Veränderungen geprägt: Der Ausbau der musikalischen Nachwuchsarbeit, neue Uniformen, erfolgreiche Meisterschaftsteilnahmen und vielfältige Auftritte trugen dazu bei, das Musikcorps Bickenbach musikalisch und organisatorisch weiterzuentwickeln.

2006

Der Weg zur internationalen Showband

Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 2006Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 2006Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 2006

2006 – Ein wegweisendes Jahr und das erste Bickenbach Tattoo

Das Jahr 2006 war für das Musikcorps Bickenbach ein überaus erfolgreiches und zugleich wegweisendes Jahr.

Den Auftakt bildeten zahlreiche Faschingsauftritte in Zwingenberg, Wiesbaden-Nordenstadt, Dieburg, Heppenheim und Köln. Parallel dazu liefen bereits die organisatorischen Vorbereitungen für das im Juli geplante Bickenbach Tattoo.

Eine unerwartete Veränderung ergab sich durch den Rückzug von Andreas Wolf, der sein Amt als Stabführer aus persönlichen Gründen nicht weiterführte. Gemeinsam musste eine neue Lösung für die musikalische Leitung und die Vorbereitung der Show gefunden werden. Dankenswerterweise erklärten sich Manfred Hofmann und Isabell Kuhnke bereit, die Show für das Tattoo weiterzuentwickeln und teilweise neu zu gestalten.

Die intensive musikalische Vorbereitung mündete schließlich in den ersten großen Höhepunkt des Jahres: das Bickenbach Tattoo. Von der Organisation bis hin zum Wetter stimmten nahezu alle Rahmenbedingungen. Die Musikshow fand großen Anklang beim Publikum und stellte ein bis dahin einzigartiges Ereignis für Bickenbach und die gesamte Region dar.

Die gelungene Show durfte das Musikcorps im Herbst auch bei zwei weiteren Veranstaltungen in Oppau und Paderborn präsentieren. Manfred Hofmann und Isabell Kuhnke übernahmen sowohl die Leitung der Übungsstunden als auch die Organisation des Übungswochenendes, das kurzfristig in die Turnhalle in Alsbach verlegt worden war.

Im weiteren Jahresverlauf standen zahlreiche traditionelle Umzugsauftritte auf dem Programm, unter anderem in Reichenbach, Bessungen, Rodau und Dreieichenhain. Hinzu kamen ein Gegenbesuch in Heppenheim sowie ein Engagement beim Gewerbeverein in Bickenbach. Den musikalischen Jahresabschluss bildete der Nikolausumzug in Yutz in Lothringen.

Auch die Begegnung mit der befreundeten Musikgruppe in Hemslingen und die gemeinsame Reise dorthin bereicherten das Vereinsleben und unterstrichen die Bedeutung der langjährigen musikalischen Freundschaften.

Nachwuchsarbeit und Neuordnung der Ausbildung

Neben den großen Auftritten entwickelte sich auch die Jugendarbeit erfreulich weiter. Das kontinuierliche Engagement in der Ausbildung zeigte erste Erfolge: Das Jugendorchester absolvierte 2006 zwei eigenständige Auftritte mit Bravour – bei der Gewerbeausstellung des Bickenbacher Gewerbevereins im Sommer und beim Bickenbacher Advent.

Im Sommer übernahm Alexander Grünewald außerdem eine Percussiongruppe, die aus den MCB-Kids hervorgegangen war. Im Jahr 2007 wurde diese Gruppe durch Schülerinnen und Schüler der Hans-Quick-Schule erweitert.

Auch bei den Ausbildern gab es Veränderungen. Nach den Sommerferien übernahm Svetlana Zheleva die Ausbildung der Blechblas-AG an der Grundschule in Hähnlein. An der Hans-Quick-Schule, wo Nathalie Farin tätig war, zeichnete sich ebenfalls ein Wechsel ab.

Ende 2006 begann die Suche nach einem neuen Ausbilder für das große Orchester, da Roman Viehöver ein Engagement am Staatstheater Freiburg angenommen hatte. Da er kurz darauf Nathalie Farin heiratete und sie gemeinsam nach Freiburg zog, endete damit auch ihre Tätigkeit in der Jugendausbildung des Musikcorps.

Dank der Kontakte von Roman Viehöver zum Staatstheater Darmstadt gelang es, Ulli Conzen als neuen Ausbilder für das große Orchester zu gewinnen.

Mit Beginn des Schuljahres 2007/2008 übernahm Markus Wagemann die Verantwortung für die Ausbildung an der Hans-Quick-Schule und der Grundschule in Hähnlein. Ende 2007 übernahm Ulli Conzen zusätzlich die Leitung des Jugendorchesters. Die Koordination der gesamten Ausbildung lag fortan beim 2. Vorsitzenden Alexander Grünewald.

2007 – Ausbau der internationalen Showauftritte

Das musikalische Programm des Jahres 2007 führte das Musikcorps zu zahlreichen Veranstaltungen in der Region und darüber hinaus. Auftritte in Zwingenberg, Dieburg, Rüdesheim, Büttelborn, St. Augustin bei Bonn, Babenhausen, Reichenbach, Erbach, Alsfeld, Darmstadt und Bickenbach prägten den Jahresverlauf.

Gleichzeitig wurde die Ausrichtung auf anspruchsvolle Showauftritte konsequent weiterentwickelt. Das Musikcorps nahm an zwei international renommierten Musikshows in Saint-Quentin in Frankreich und Neuenburg in der Schweiz teil. Weitere Auftritte führten die Musiker nach Straßburg und Yutz in Lothringen.

Damit festigte der Verein seine Position als Showband und baute seine internationalen Kontakte weiter aus.

2008 – Von internationalen Musikshows zur Steubenparade in New York

Das Jahr 2008 war von zahlreichen musikalischen Höhepunkten geprägt. Dazu gehörten die Musikshow anlässlich des Hessentages in Homberg (Efze), eine weitere Musikshow in Bad Driburg sowie die Teilnahme am Military Tattoo in Luxemburg.

Der absolute Höhepunkt folgte mit der Teilnahme an der Steubenparade in New York. Dieser Auftritt stellte einen Meilenstein in der Vereinsgeschichte dar und führte das Musikcorps auf eine der bekanntesten deutsch-amerikanischen Traditionsveranstaltungen in den Vereinigten Staaten.

2009 – Fernsehen, internationale Tattoos und ein ausverkauftes Bickenbach Tattoo

In der Faschingssaison 2009 erhielt das Musikcorps den Zuschlag für die Fernsehsendung „Hessen lacht zur Fassenacht“, eine bekannte Faschingsproduktion des Hessischen Rundfunks. Weitere Auftritte während der fünften Jahreszeit führten die Musiker nach Nieder-Ramstadt, Hahn und Dieburg sowie erneut zum Rosenmontagszug in Köln.

Im weiteren Jahresverlauf folgte ein Auftritt beim Blumencorso in Gérardmer in Frankreich. Auch eine Reise nach Paris stand auf dem Programm.

Parallel dazu liefen die Vorbereitungen für das nächste Bickenbach Tattoo bereits auf Hochtouren. Mit monatlichen Sonntagsübungsstunden bereitete sich das Musikcorps intensiv auf die Veranstaltung im Juli vor. Zusätzlich hatte der Verein eine Einladung zu einem Tattoo in Dänemark angenommen, das bereits eine Woche vor dem eigenen Tattoo stattfand. Die Zeit von Mai bis Ende Juni stand deshalb ganz im Zeichen der musikalischen Vorbereitung.

Nach dem Auftritt in Dänemark folgte unmittelbar das Bickenbach Tattoo 2009. Die Veranstaltung wurde zu einem großen Erfolg: Die Eintrittskarten waren ausverkauft, die Organisation überzeugte und das musikalische Programm war erstklassig besetzt.

Weitere Auftritte führten das Musikcorps im Anschluss nach Solothurn in die Schweiz und zum traditionellen Nikolausumzug nach Yutz in Lothringen.

Die Jahre 2006 bis 2009 markierten damit eine entscheidende Entwicklungsphase für das Musikcorps Bickenbach. Mit dem ersten Bickenbach Tattoo, dem Ausbau der Jugendausbildung, der Gewinnung neuer musikalischer Ausbilder und den internationalen Auftritten entwickelte sich der Verein konsequent zu einer Showband mit wachsender überregionaler und internationaler Präsenz.

2010

Internationale Auftritte und neue Herausforderungen

Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 2010Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 2010Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 2010

Führungswechsel im Jahr 2010

Im Jahr 2010 übergab Florian Altenau nach 17 Jahren an der Spitze des Musikcorps Bickenbach die Führung an den langjährigen 2. Vorsitzenden Alexander Grünewald. Florian Altenau blieb dem Verein weiterhin als 2. Vorsitzender erhalten und sorgte damit für Kontinuität in der Vereinsführung.

Zu den Höhepunkten des Jahres zählte sicherlich die Eröffnung der Faschingskampagne in Berlin. Daneben standen die traditionellen Auftritte zu Fasching und Kerb auf dem Programm. Erwähnenswert waren außerdem der alljährliche Auftritt beim Nikolausumzug in Yutz (Frankreich) sowie der alle zwei Jahre stattfindende Austausch mit der befreundeten Blaskapelle aus Hemslingen.

2011 – Das 3. Bickenbach Tattoo und das erste Loreley Tattoo

Im Jahr 2011 veranstaltete das Musikcorps sein 3. Bickenbach Tattoo. Ein weiteres besonderes Ereignis war die Teilnahme am ersten Loreley Tattoo. Stabführer Manfred Hofmann leistete dabei einen wesentlichen Beitrag zur Zusammenstellung des musikalischen Gesamtkonzepts.

2012 – Erneuter Wechsel an der Vereinsspitze

Im Jahr 2012 musste Alexander Grünewald sein Amt als 1. Vorsitzender aufgrund einer schweren Erkrankung niederlegen, die er inzwischen glücklicherweise gut überstanden hat. Jürgen Zeissler übernahm daraufhin den Vorsitz. Florian Altenau blieb weiterhin 2. Vorsitzender, sodass die Kontinuität in der Vereinsführung gewahrt blieb.

Zu den musikalischen Höhepunkten des Jahres gehörten die Auftritte bei der Marchingparade in Solothurn (Schweiz) sowie bei der Eröffnung der neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen.

2013 – Internationale Tattoos und historische Kulissen

Das Jahr 2013 stand ganz im Zeichen besonderer Tattoo-Auftritte. Zu den Höhepunkten zählten die Teilnahme am Tattoo in St. Gallen (Schweiz) sowie ein Auftritt auf Schloss Marienburg bei Hannover, dem traditionsreichen Welfenschloss.

2014 – Von New York nach Shanghai

Nach der Teilnahme an der Steubenparade in New York hätte wohl kaum jemand gedacht, dass sich dieses Erlebnis noch übertreffen ließe. Doch 2014 wurde für das Musikcorps zu einem ganz besonderen Jahr: Anlässlich der Shanghai Tourismusmesse durfte der Verein eine sechstägige Reise nach China unternehmen.

Mit 43 Musikerinnen und Musikern reiste das Musikcorps nach Shanghai und begeisterte dort bei mehreren Platzkonzerten an außergewöhnlichen Orten, unter anderem direkt unterhalb des markanten Oriental Pearl Towers.

Der absolute Höhepunkt war die Teilnahme an einer großen, beleuchteten Parade, die in ganz China live im Fernsehen übertragen wurde und nach damaligen Angaben knapp 200 Millionen Zuschauer erreichte. Diese Reise wurde zu einem der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte des Musikcorps Bickenbach.

2016 – Die 4. Bergsträßer Musikshow

Im Jahr 2016 veranstaltete das Musikcorps erneut die Bergsträßer Musikshow „Bickenbach Tattoo“. Bei der vierten Auflage präsentierten sich wieder hervorragende Musikgruppen und sorgten für ein abwechslungsreiches musikalisches Programm. Darüber hinaus folgten weitere Auftritte bei Tattoo-Veranstaltungen.

2017 – Neue Wege im Tonstudio

Im Jahr 2017 stellte sich das Musikcorps einer neuen Herausforderung: Studioaufnahmen und die Mitwirkung an einer gemeinsamen CD-Produktion mit Musikgruppen aus der Region standen auf dem Programm.

Das Ergebnis war eine CD, auf der das Musikcorps mit vier eigenen Stücken vertreten war. Ergänzt wurde die Produktion durch weitere Titel von drei anderen Musikgruppen aus der Region. Damit konnte das Musikcorps seine musikalische Vielfalt auch auf einem Tonträger präsentieren.

2019

Vom 100-jährigen Jubiläum zum Neustart nach Corona

Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 2019Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 2019Archivfoto Musikcorps Bickenbach, 2019

In der Jahreshauptversammlung 2019 wurde Florian Altenau wieder zum 1. Vorsitzenden des Musikcorps Bickenbach gewählt. Er übernahm das Amt von Jürgen Zeissler, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stand. Stabführer blieb weiterhin Manfred Hofmann.

100 Jahre Musikcorps Bickenbach – das Jubiläumsjahr 2019

Das Jahr 2019 stand ganz im Zeichen des 100-jährigen Bestehens des Musikcorps Bickenbach. Das traditionelle Bickenbach Tattoo fand ausnahmsweise in der Weststadthalle in Bensheim statt. Gemeinsam mit renommierten internationalen Musikgruppen gelang es, ein besonderes musikalisches Erlebnis auf die Beine zu stellen. Für die beteiligten Musiker war es in jedem Fall ein unvergesslicher Moment.

Die Roboter, die bereits im Jubiläumsjahr 1969 mit Blick auf das Jahr 2019 vorausgesagt worden waren, ließen sich allerdings nicht blicken.

Neben den traditionellen Auftritten zu Fasching und Kerb standen drei weitere große Veranstaltungen auf dem Programm: das Oberschwaben Tattoo in Hohentengen, die Royal Music Show in Ludwigsburg und die Badel Tattoo Parade.

Anlässlich des 100-jährigen Vereinsjubiläums sollte dem Musikcorps im Frühjahr 2020 die Pro-Musica-Plakette verliehen werden, eine Auszeichnung des Bundespräsidenten für die langjährige Pflege der instrumentalen Musik. Die geplante Verleihung fiel jedoch dem Corona-Lockdown zum Opfer. Ein Nachholtermin war für den Hessentag 2022 vorgesehen.

Neuer musikalischer Leiter

Nach 13 Jahren mit Ulli Conzen als Ausbilder und Arrangeur erhielt das Musikcorps 2019 mit Florian-Adam Neumann einen neuen musikalischen Leiter. Ulli Conzen blieb dem Verein weiterhin in der Ausbildung erhalten.

Corona-Pandemie und Neustart ab 2021

Seit dem 13. März 2020 waren aufgrund der Corona-Pandemie keine Auftritte mehr möglich. Auch die regulären Übungsstunden konnten nur zeitweise stattfinden. Die Einschränkungen stellten das Vereinsleben vor große Herausforderungen.

Am 1. Juni 2021 startete das Musikcorps in den RESTART und nahm den Probenbetrieb wieder auf. Nachdem Florian-Adam Neumann sich aus privaten Gründen neu orientiert hatte, stand Ulli Conzen dem Verein erneut als musikalischer Leiter zur Seite.

Die Pandemiezeit nutzte das Musikcorps auch, um die Digitalisierung voranzutreiben. Seit 2021 gehört der Verein zu den frühen Nutzern der digitalen Plattform MARSCHPAT.

Mit mehreren Mitmachproben gelang es, die Reihen wieder zu stärken. Zeitweise zählte das Musikcorps knapp 50 Musikerinnen und Musiker. Auch die Jugendausbildung wurde wieder aufgebaut: Seit 2022 liefen die Kooperationen mit der Hans-Quick-Schule und der Melibokusschule erneut an.

Rückkehr auf die Bühne 2023

Im Jahr 2023 konnte das Musikcorps endlich wieder mit einem vollständig neuen Programm auftreten. Zu den Höhepunkten zählten die Teilnahme am Hessentag, verschiedene Faschings- und Kerbumzüge sowie ein Auftritt im Rahmen des NFL-Spiels in Frankfurt, bei dem die New England Patriots im Mittelpunkt standen.

Neue Show und erfolgreiche Tattoo-Auftritte 2024 und 2025

2024 präsentierte das Musikcorps seine neue Show erstmals bei zwei Tattoo-Veranstaltungen in Illshofen und Neresheim.

2025 knüpfte der Verein an diese Erfolge an und war bei drei Tattoo-Veranstaltungen zu sehen. Den Höhepunkt des Jahres bildete das 6. Bickenbach Tattoo, das am 29. November 2025 in der Weststadthalle in Bensheim stattfand.

– Fortsetzung folgt –
Als langjähriges Mitglied und ehemaliger Musiker kennt er sich bestens über die Geschichte des Musikcorps aus. Er verfasste dieses Meisterwerk. Ein besonderer Dank geht an MCB-Chronist: Jürgen Zeissler

Seit 1919

Vorsitzende und Stabführer

Abteilungsleiter / Vorsitzende

1919–1927
Philipp Baumunk
1927–1933
Georg Gilbert
1933–1934
Wilhelm Ganzert
1934–1939
Heinrich Groh
1939–1951
keine Musik
1951–1952
Heinrich Gärtner und Georg Bormuth
1952–1959
Georg Mink
1959–1966
Hans Emmerich
1966–1969
Georg Mink
1969–1970
Erich Ganzert
1970–1980
Hans Wiegand
1980–1982
Manfred Siegmund
1982–1993
Andreas Schemel
1993–2010
Florian Altenau
2010–2012
Alexander Grünewald
2012–2019
Jürgen Zeissler
seit 2019
Florian Altenau

Stabführer

1919–1927
Philipp Baumunk
1927–1933
Georg Gilbert
1933–1934
Wilhelm Ganzert
1934–1939
Heinrich Groh
1939–1951
keine Musik
1951–1952
Heinrich Gärtner und Georg Bormuth
1952–1959
Georg Mink
1959–1966
Erich Ganzert
1966–1969
Georg Mink
1969–1970
Erich Ganzert
1970–1980
Hans Wiegand
1980
Manfred Hofmann und Jürgen Zeißler
1982–1991
Rainer Wolf
1991–1997
Stephan Rittersberger
1997–2000
Andreas Wolf
2000–2003
Nicole Hlavac
2003–2006
Andreas Wolf
seit 2006
Manfred Hofmann